| mainmenu.swf
|
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Elmar 0jaste ÜHISABI
(GEMEINSCHAFTSHILFE) (Eesti Filatelist #30, 1984) In den fünf Jahren 1936 bis 1940 erschienen in Estland Briefmarkensätze mit je 4 zuschlagsmarken, die bekannt sind unter dem Namen "Caritas - Sätze". (Caritas: latein Liebe in christl. Sinn, Nächstenliebe). Die Marken erschienen in sog. mittlerer Grösse (etwa 24 x 29 mm.), die meisten in Farbdruck, mit einem farbigen Netzunterdruck und deren Motive Wappen der Kreise und Städte waren. In der Auswahl der Motive war Estland sozusagen wegweisend. Später kamen auch solche Motivmarken zur Anwendung in Frankreich 1941, Finnland 1942, Spanien 1962, Schweden 1981 und in anderen Ländern. Die Marken hatten in allen diesen fünf Jahren den gleichen Frankatur- und Zuschlagswert: 10+10, 15+15, 25+25 und 50+50 Sent. Somit kostete ein Markensatz 2 Kronen - wohl eine grosse Summe zu dieser Zeit - von dem der Zuschlagswert eine Krone der "Ühisabi" zugute kam. In den Jahren 1938 und 1939 erschienen die Sätze auch in Blockform. Gesetzliche Verordnung dieser Ausgaben gab die Verwaltung des Freistaates am 2. Sept. 1935 heraus. ("Riigi Teataja", "Staatsanzeiger" Nr. 86 - 1935 Art. 721). Der Verordnung nach war auf den Postämtern die Verkaufsdauer neun Monate und die Frankaturgültigkeit ein Jahr lang, gerechnet vom Tage des Verkaufbeginns der Marken auf den Postämtern. Der estnischen Verordnung nach trug die Kosten der Beschaffung und des Druckes der Marken jene Organisation, die den Zuschlagswert erhielt. Danach, sobald die Marken ihren Frankaturwert verloren hatten, wurden der entsprechenden Organisation die restlichen Marken unentgeltlich zur Verfügung gestellt, die mit denselben nach ihrem Ermessen handhaben konnte. "Ühisabi" - mit der vollständigen Bezeichnung: Neben dem Estnischen Roten Kreuz arbeitende, vorübergehende Zweckstiftung "Ühisabi" ("Gemeinschaftshilfe") - die Satzungen waren festgelegt am 3. Januar 1932 von der Verwaltung des Freistaates ("Riigi Teataja" Nachtrag Nr. 14 - 1932) und die Hauptaufgabe war der Satzung § 1 zufolge "... Hilfe geben der Bedürftigen der Bevölkerung, an erster Stelle den Kindern, Kranken und Alten". Tätigkeitsbereich war die Stadt Tallinn (§ 4) und setzte sich zusammen aus 22 Vertretern sozialer, gerneinnütziger und ideeller Organisationen. In der Zeit, als die Caritas-Marken herausgegeben wurden, hatte Frau Marianne Pung den Vorsitz. "Ühisabi" erhielt die Erlaubnis, die übriggebliebenen Marken zu vernichten. Die Vernichtung erfolgte durch Verbrennung in dem Raum der Zentralheizung der "Estnischen Bank". Dabei waren stets ein Vertreter der Philatelisten und der Presse anwesend. Es wurde jedesmal darüber ein Protokoll geführt und die Ergebnisse veröffentlicht u. a. in Tallinn erscheinenden philatelistischen Zeitschrift "Estonia". Die übriggebliebenen Marken des Jahres 1939 wurden im Monat Februar 1940 vernichtet. Die Anzahl ist nicht bekannt. Tatsächlich war die Anzahl sehr klein. Die übriggebliebenen marken aus dem Jahre 1940 wurden wegen der Kriegsereignisse nicht vernichtet und wo dieselben verblieben, sind dem Verfasser dieser Zeilen unbekannt.
Angaben über die Anzahl der gedruckten, verkauften und vernichteten
Caritas-Marken:
Da im jahre 1938 die Marken 15+15 Sent und Blocks ausgingen, wurde eine Vorbestellung für die Markenblocks 1939 verordnet ("Riigi Teataja" Nachtrag Nr. 105-1938). Nach der Verordnung der Verwaltung des Freistaates vorn 2. Sept. 1935, gelangte der Zuschlag "... an "Ühisabi", um Ziele der Letzteren zu erreichen", Nur für die in den Jahren 1938 und 1939 erschienene Markenblocks wurde der Zuschlag (ca 70.000:- Kronen) fixiert und gelangte an das "Ühisabi" - Altersheim für intellektuelle in Tallinn, Kadri Str. 3. Wie oben schon erwähnt, musste nach Bestimmungen "Ühisabi" für den Druck ihrer Zuschlagsmarken in der Staatsdruckerei unter Kontrolle Sorge tragen und die Unkosten übernehmen. Das Besorgen der Markenentwürfe (Essays) erfolgte anscheinend auf dem Wege, dass der Vorstand der "Ühisabi" direkt an einige Künstler sich wandte, um von denselben Entwürfe zu bestellen und an Hand derselben die endgültige Gestaltung der Marken festzulegen.
Vom Vorstand der "Ühisabi" wurden zu Markenentwerfern
folgende Künstler berufen:
Alle Entwürfe sind Dank des Voraussehens des Vorstandsmitgliedes
der "Ühisabi" Alexander Koenigs vor der Vernichtung
gerettet worden. Herr Dr. med. Erwin Berendson, Karlsruhe, hat durch
Vermittlung die freundliche Genehmigung des jetzigen Eigentümers,
Herrn Alexander Koenig junior, diese Entwürfe im "Eesti
Filatelist" zu veriffentlichen, erhalten. Durch dieses dankenswerte
Entgegenkommen ist es nun möglich, einem grösseren Kreis
unserer philatelistischen und postgeschichtlichen Interessenten diese
bekannt zu machen! Den oben genannten Herren sei an dieser Stelle
unser Dank ausgesprochen! Axel Roosman hatte für den Caritassatz
1936 zwei Bleistiftenentwürfe und ein Essay in Farbe eingereicht.
Für die Caritasmarken des Jahres 1937 hatte derselbe Künstler
drei Bleistiftzeichnungen zwei farbige Essays und einen endgültigen
Entwurf hergestellt.
Mihail Sidorov hatte für den Satz 1938 nur zwei mit Bleistift
gezeichnete Essays entworfen. Es scheint, dass nach diesen Zeichnungen
die Marken gedruckt worden sind.
Für die Vorarbeiten der Marken des Jahres 1939 wurde der Künstler
Günther Reindorff berufen, der anfangs zwei Bleistiftzeichnungen,
später ein farbiges Essay und zum Schluss einen endgültigen
Entwurf einreichte.
Gunther Reindorff hatte für die geplanten Marken 1940 zwei farbige
Essays-Vorlagen eingereicht. Auf der Rückseite letzterer ersieht
man, wie die Auswahl erfolgte. Die Vorstandsmitglieder der "Ühisabi"
schreiben einfach ihre Meinungen auf der Ruckseite des Essays.
KURZE BESCHREIBUNG ÜBER DIE KÜNSTLER:
Mihail Sidorov:
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||